Die Welt

Die erste Welt

Die erste Welt wurde Haimar genannt. Es war eine magische Welt, auch wenn das zunächst niemand bemerkte. Ihre Magie veränderte sich ständig. Als sie von den Menschen bemerkt wurde, erschien sie ihnen als eine Magie zweier gegensätzlicher Kräfte. Sie wurde schwächer und erschien erneut in einer Dreieinigkeit. Aber welche Dreieinigkeit die wirkliche war, vermochten die Menschen nicht entscheiden. Es folgte die Magie der vier Elemente und dann der fünf Elemente, bis auch dieses System zusammenbrach.
Jedes magische Zeitalter endet mit einem Interregnum, in dem die Magie schwach ist, bis sie sich in alter Stärke aber neuer Form wieder erhebt. Und so wechseln sich Phasen von Stabilität und Unruhe ab.

Als Haimar sich in Wasser und Land teilte, teilte sich auch seine Magie. Sie fuhr in ihre ersten Lebewesen, Drachen, die von der reinen Energie lebten, und in das Gestein. Haimar behielt seinen Namen auch dann noch, als es in zwei Kontinente zerbrach. Die Drachen mussten sich für einen der beiden Kontinente entscheiden, lebten dort für Jahrhunderte, bis sie zu dem anderen Kontinent zogen, um dort zu leben. Denn die Drachen blieben immer zusammen, und ihnen gehörte die ganze Welt. Sie waren nicht bereit auf einen Teil von ihr zu verzichten.

In ihrer Abwesenheit erwachten die Titanen. Gewaltige Wesen auf zwei Beinen, mit einer Haut aus grauen Steinschuppen, die beinahe so hart wie der Panzer der Drachen war. Ihre Magie zogen sie aus der Erde.

Die Drachen waren klug und weise und sie waren zufrieden mit der Welt, so wie sie war. Die Titanen konnten nicht fliegen wie die Luftdrachen. Auch konnten sie nicht schwimmen wie die Wasserdrachen. Nie wären sie auf die Idee gekommen, bewegungslos herumzuliegen, bis man sie kaum noch von einem Bergzug unterscheiden konnte, wie es die Erddrachen so liebten. Aber dafür hatten sie ein Ziel. Sie wollten beide Kontinente beherrschen, zu den Herren der Meere werden und sich in die Luft erheben. Dafür arbeiteten sie. Doch die Drachen waren ihnen im Weg.

In dem Krieg, der zwischen den Kräften der Beharrung und den Kräften der Veränderung ausbrach, löschten Drachen und Titanen sich gegenseitig aus. Im letzten Kampf traten ihre Könige gegeneinander an und töteten sich gegenseitig. Das Schwert des Titanenkönigs zerbrach in vier Teile, als es das Drachenherz durchbohrte. Die Klauen des Drachen zerschnitten die Kehle des Titanen und sein Gewicht presste den sterbenden König in den Staub.

Die Magie der Titanen kehrte in den Boden zurück. Die der Drachen verteilte sich über die Welt und schuf in einigen Tieren das Bewusstsein. Diese Tiere nannten sich Menschen, was nicht mehr hieß als „Tiere, die verstehen“. Was sie verstanden, ist nicht überliefert, aber was soll es anderes gewesen sein als die Magie.

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